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08.11.2017

2 x Romeo & Julia am Rhein

Shakespeare kommt nach Düsseldorf. Wenn das Orchester der Hochschule am 19. November in der Tonhalle Düsseldorf auftritt, steht das herzzerreißende Drama von Romeo und Julia gleich zwei Mal auf dem Programm – in Prokofjews Ballettmusik und in den Sinfonischen Tänzen aus der West Side Story.  

Letztere gehört zu den bekanntesten Musicals weltweit. In der West Side Story spielt die unglückliche Liebe im New York der 50er Jahre. Die Rivalität zweier Jugend-Gangs hat den alten Familienzwist aus dem Original abgelöst. Leonard Bernsteins Musik, Stephan Sondheims Texte und die fantastischen Tanz-Choreographien faszinieren das Publikum bis heute.

Verfehltes Comeback

Auch der russische Komponist Sergej Prokofjew ließ sich von Shakespeare inspirieren. Im Gegensatz zur West Side Story orientiert sich das 1935 geschriebene Ballett Romeo und Julia eng an der literarischen Vorlage. Prokofjew war lange im Ausland und wollte mit seiner Shakespeare-Adaption im sozialistischen Russland sein Comeback feiern. Doch der Plan misslang. Nachdem das Leningrader Kirow Ballett als Auftraggeber absprang und ein neuer Vertrag mit dem Moskauer Bolschoi Theater unterschrieben war, verhinderte die sowjetische Kulturpolitik die Premiere. Trotzdem gelang es Prokofjew, die Musik des Balletts in zwei kurzen und abwechslungsreichen Suiten aufzuführen. Die Suite Nr. 2 ist am Sonntag in der Tonhalle zu hören.

Mit 50 Jahren das erste Cellokonzert

Auch das dritte Stück des Konzerts stammt von einem russischen Komponisten, der unter der Diktatur Stalins gelitten hatte. Dmitri Schostakowitsch sah sich dem Vorwurf des „Formalismus“ und der „Volksfremdheit“ ausgesetzt und lebtein ständiger Angst, den „Säuberungen“ zum Opfer zu fallen. Erst mit dem Tod des Herrschers 1953 setzte für ihn „Tauwetter“ ein. Seine Opern kamen wieder auf die Spielpläne, neue Werke entstanden. 1956, im Alter von 50 Jahren, schrieb Schostakowitsch sein erstes Cellokonzert. Er widmete es dem Meistercellisten Mstislaw Rostropowitsch, mit dem er eng befreundet war.

Im Tonhallen-Konzert unter der Leitung von Rüdiger Bohn wird Michiaki Ueno den Cello-Part spielen. Der Student aus der Klasse Prof. Pieter Wispelwey, der vor kurzem den hochschulinternen Sieghardt-Rometsch-Wettbewerb gewann, gehört zu den großen Talenten der Hochschule.

Programm 

Bernstein: Symphonic Dances from West Side Story
Schostakowitsch: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 Es-Dur op. 107
Prokofjew: Suite Nr. 2 aus Romeo und Julia, op. 64b 

Vorverkauf: Tickets 13/5 Euro   

Foto: Plakatmotiv des Big-Bang-Konzerts in der Tonhalle Düsseldorf

  



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