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30. 04. 2018

Jannis Hannover über seine Installation Raumbewegungen

Musik und Medien-Student Jannis Hannover im Gespräch mit uns über sein Abschlussprojekt Raumbewegungen im Vertiefungsmodul Visual Music.

[IMM]: Dein Abschlussprojekt für das Vertiefungsmodul Visual Music beschäftigte sich mit der Sonifikation von Umweltdaten und ist eine abstrakte Komposition. Könntest Du uns erzählen, wie Du auf die Idee für Raumbewegungen gekommen bist?

[J.H.]: Inspiriert hat mich das Buch Acoustic Territories von Brandon LaBelle, das sich mit dem Klang von öffentlichen Räumen beschäftigt. LaBelle vertritt dort die These, dass Klang eine destabilisierende Wirkung auf den öffentlichen Raum hat und somit die Statik des Raums aufbrechen kann, weil er nicht durch visuelle Abgrenzungen aufgehalten wird. Durch diese Ideen angetriggert, habe ich mir dann die Frage gestellt, welche Umweltwerte auf den Klang des Raumes Einfluss haben und wie man diese genau veranschaulichen und hörbar machen könnte.

[IMM]: Was hat dich an diesem Thema inhaltlich besonders gereizt? 

[J.H.]: Zum einen interessierte mich das Thema der Destabilisierung des Raums und zum anderen wollte ich mich auch mit der Besonderheit des öffentlichen Raums beschäftigen. Hinzu kommt noch, dass man den Einfluss des Menschen auf den Raum deutlich machen und widerspiegeln konnte. Deshalb habe ich für den visuellen Part meines Projekts einen großen und belebten Platz in der Stadt mit Verkehr ausgewählt.

[IMM]: Die sonifizierten Umweltdaten beinhalteten Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Vibrationen im Boden, Co2-Werte und die Bewegung im Bild. Wie genau sah dein Arbeitsprozess auf der visuellen und auditiven Ebene aus?

[J.H.]: Der erste Schritt war für mich die Messung und Aufnahme von den unterschiedlichen Werten. Dafür habe ich Arduinos, also Micro Computer Chips, verwendet an denen man Sensoren anschliessen kann und mit meinem Laptop hab ich diese Werte dann eingelesen. Bei der Programmierung der Micro Computer Chips hat mir Lennart Melzer aus dem Masterstudiengang Klang und Realität geholfen, denn diese Arduinos müssen zuerst programmiert werden, damit sie Daten einlesen und in einer für uns erfassbaren Sprache übersetzten können. Nach der Messung ging es dann um die Sonifikation der gesammelten Daten und dafür habe ich die Programmiersprache Max/MSP benutzt um für jeden Wert einen eigenen individuellen Klang zu finden. Auf visueller Ebene habe ich zeitgleich zur Aufnahme der Messdaten den Platz gefilmt und habe später mit Max/MSP das Bild bearbeitet. Am Ende sollten nur die sich bewegenden Objekte sichtbar sein und was sich nicht bewegt, schwarz bleiben. Die Idee dahinter war, dass das Dunkle den Raum darstellen sollte und die bewegenden Objekte das sind, was den Raum letztendlich beeinflusst. Insgesamt waren es drei Stunden Bildmaterial und Messdaten die zusammengewirkt haben.

[IMM]:Jedes Projekt hat seinen individuellen Fokus, wo lag deiner und welches Seminar hat Dir für deine Arbeit besonders viel gebracht? 

[J.H.]: Es ging mir vor allem um die Eigenschaften von Klang im öffentlichen Raum und die Wirkung dessen. Am meisten geholfen hat mir das Seminar von Prof. Dr. Heike Sperling und Marcus Schmickler, da es dort um die Konzeption des Projektes und die Herangehensweise ging und mir für mein Projekt sehr geholfen hat.Aber auch die Feedbackrunden im Seminar selbst haben mich inspiriert und weitergebracht.

[IMM]:Wie würdest Du sagen hat dich dieses Projekt als Künstler wachsen lassen? Und möchtest Du daran noch weiter arbeiten? Wenn ja, was schwebt Dir vor?

[J.H.]: Ich habe bei diesem Projekt extrem viel für mich mitgenommen. Zum einen habe ich den Umgang mit Arduinos praktisch erlernen können und zum anderen mit dem Programm Max/MSP gearbeitet. Die Welt der Programmiersprachen interessiert mich sehr und ich möchte darin noch besser werden. Man kann alles mögliche später damit realisieren und dem Ganzen sind keine Grenzen gesetzt.

Das Interview führte Laura Greco.

>> Zur Dokumentation des Projekts



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