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01. 06. 2018

Valentin Dudeck über seine Installation they don't need repair

IMM-Student Valentin Dudeck im Gespräch mit uns über sein Abschlussprojekt they don't need repair im Vertiefungsmodul Visual Music.

[IMM]: Dein Abschlussprojekt  für das Vertiefungsmodul Visual Music war eine audiovisuelle Installation. Könntest Du uns erzählen, wie Du auf die Idee für "they dont need repair" gekommen bist?

[V.D.]: Ich wusste schon ziemlich früh, dass ich für mein Visual Music-Projekt mit Oberflächen und Materialien arbeiten wollte. Mich hat die Frage beschäftigt, ob Klänge aus Oberflächen entstehen können und wie man diese in einer Installation verarbeiten und festhalten kann. Gerade der Gedanken, dass etwas Zerbrochenes im Nachhinein noch eine klangliche Funktion haben könnte, fand ich spannend und wollte diesen Ansatz in meinem Abschlussprojekt realisieren.

[IMM]: Deine Installation beschäftigte sich damit, wie durch die Zerstörung eines Objekts – in diesem Fall weißes Glas auf schwarzem Hintergrund – Klang erzeugt werden kann. Aus welchen Bestandteilen war diese Installation genau aufgebaut und was fandest Du besonders interessant auszuprobieren?

[V.D.]: Als erstes habe ich mir die Frage gestellt, welche Materialien sich für eine Brechung eignen und Glas empfand ich als geeignet. Es sollte ja eine Installation sein, die ich in der Filmwerkstatt durchführen kann und die jedesmal individuell ist. Danach kam der Prozess der Klangfindung, also mich damit zu beschäftigen, welcher Sound zu Glas als Material passen würde und wie ich diesen vom Analogen zum Digitalen übersetzen kann. Ich habe in einem großen Glasbehälter einen schwarzen Boden eingerichtet und Glas weiß angesprüht, damit der Kontrast deutlich wird. Eine Webkamera war auf den schwarzen Boden gerichtet und filmte das zerbrechende Glas. Die Bilder wurden dann von einem Scanner verarbeitet und in der Software, die ich dafür benutzt habe, vertont. 

[IMM]: Der Scanner reagierte ja immer unterschiedlich je nachdem, wie die Glasscherben sich auf dem Boden verteilen. Welche Software oder Tools hast Du dafür benutzt und was war dein Ziel?

[V.D.]: Ich hab für dieses Projekt mit Max/MSP/Jitter gearbeitet, dabei habe ich Max für die Datenverarbeitung, MSP für den Ton und Jitter für die Videobearbeitung genutzt. Ich fand die Software interessant und habe mich entschlossen ausschließlich damit zu arbeiten. 

[IMM]: Jedes Projekt hat seinen individuellen Fokus, wo lag deiner und welches Seminar hat Dir für deinen Arbeitsprozess besonders viel gebracht? 

[V.D.]: Mein Fokus lag beim Material, dem Klang und der Idee, nämlich wie aus Zerstörung Neues entsteht und dann sogar eine Funktion hat. Deshalb habe ich auch den Titel "they don't need repair" gewählt. Das Abscannen des Bildes und die dadurch entstehenden unterschiedlichen Tonhöhen, spielten dabei eine wichtige Rolle. Das Tempo des Scanners verringerte sich und so entstand aus einem anfänglich diffusen Sound, langsam eine sich wiederholende erkennbare Melodie.Die Projektbesprechungen bei Prof. Dr. Heike Sperling und Marcus Schmicker war wichtig für mich, nicht nur weil ich mein eigenes Projekt vorstellen musste und Feedback bekommen habe, sondern auch weil die Projekte der Anderen mich inspiriert haben. Das Feedback zu meinem Projekt war hilfreich für neue Perspektiven, aber die Präsentationen der Anderen waren genauso bereichernd und ich konnte Vergleiche ziehen und Unterschiede feststellen.

[IMM]: Wie würdest Du sagen hat dich dieses Projekt als Künstler wachsen lassen? Und möchtest Du daran noch weiter arbeiten? Wenn ja, was schwebt Dir vor?

[V.D.]: Ein Ziel von mir war, die Software besser kennenzulernen und das ist mir gelungen. Dazu kam noch, dass die Herausforderung bei einem solch großen Projekt spannend für mich war. Dass ich mich einer Idee verpflichte und diese dann durchziehe, obwohl der Prozess manchmal hart war. Es war auch wichtig für mich zu sehen, wie ich das Projekt organisieren und strukturieren kann, und bei Fehlern den Lerneffekt sehen zu können.Ich kann mir gut vorstellen mit den Themen Visualisierung, Datenverarbeitung und Klang weiterzuarbeiten, auch weil ich Max/MSP/Jitter jetzt viel besser verstehe.

Das Interview führte Laura Greco.
>> Hier geht es zur Dokumentation des Projekts






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