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30. 07. 2018

Christoph Beck über seine interaktive Installation Focus

IMM-Student Christoph Beck im Gespräch mit uns über sein Abschlussprojekt Focus im Vertiefungsmodul Visual Music.

[IMM]: Deine Abschlussprojekt im Modul Visual Music war eine Installation mit dem Titel Focus. Könntest Du uns erzählen wie Du auf die Idee für dieses Projekt gekommen bist und was Dich dazu inspiriert hat?

[C.B.]: Bei der Themenfindung bin ich primär von mir ausgegangen und habe versucht zu überlegen, welche Probleme mir im Alltag begegnen. Durch Selbstbeobachtung ist mir aufgefallen, wie schnell Ablenkungen von äußeren und inneren Faktoren meinen Fokus beeinflussen und ich wollte den Begriffen von Fokus und Ablenkung auf den Grund gehen.
Außerdem haben mich die Gebiete wie Neurologie, Konsum und Medien interessiert und das Buch Digitale Demenz von Manfred Spitzer und die von Catherina Paddock veröffentlichte Studie City Life Is Hard On The Brain waren eine wichtige Inspiration. Ich habe versucht zu verstehen, ob Ablenkung auch eine Chance sein kann und ob man es auch neutral betrachten kann und nicht nur mit einer negativen Wertung.

[IMM]: Bei Focus geht es vor allem um das Wechselspiel von Aufmerksamkeit und Ablenkung. Was hat Dich an diesem Thema besonders interessiert?

[C.B.]: Es war spannend zu verstehen, was im Körper passiert, wenn wir abgelenkt sind. Dadurch kamen Themen wie Psychophysiologie und Biofeedback ins Spiel und ich habe mich mit den körperlichen Prozessen auseinandergesetzt, wie z.B. Puls, Hautleitfähigkeit und dem vegetativen Nervensystem. Ich kam auf die Idee, diese Aspekte in Kunst zu verarbeiten und wollte ein Projekt aufbauen, das interagiert und eine Wechselbeziehung zwischen Kunst und Betrachter deutlich macht.

[IMM]: Die Rezipientinnen und Rezipienten  der Installation konnten geometrische Formen, Farben und Bewegungen sehen. Zeitgleich gab es aber auch Sätze, die geflüstert oder gesprochen wurden. Wie sah Dein Arbeitsprozess genau aus und welche Entscheidungen hast Du während dessen getroffen?

[C.B.]: Um eine Ablenkung zu erzeugen, brauchte ich erstmal ein Setup, das Fokus und Ablenkung gleichermassen darstellen kann und in dem ich auch Verlagerungen von einem zum anderen stattfinden lassen kann. Dabei habe ich die Installation aus einem Leinwandtriptychon so konzipiert, dass die Betrachterinnen und Betrachter sowohl auf der Klang- als auch auf der Bildebene abgelenkt werden können. Ich habe Geräusche, wie Babyschreie, Stimmen, Zuggeräusche oder Vibrationen von Handys, genutzt und diese dann zusätzlich als stark reduzierte Symbole bildlich übersetzt und auf die drei Leinwände projiziert. Das Bild für den Fokus auf der mittleren Leinwand wurde durch buddhistische Mantren klanglich unterstützt. Und visuell haben mich Mandalaformen besonders angesprochen, daher entschied ich mich für expandierende Kreise, die zusammen mit dem Gesang der buddhistischen Mönche eine Sogwirkung ausüben.

[IMM]: Welche Tools oder Softwares hast Du für dein Abschlussprojekt benutzt? 

[C.B.]: Mein Kommilitone Lennart Melzer, der am IMM den Master Klang und Realität studiert, hat mit Supercolllider Klang und Bild erstellt und mit Arduino gearbeitet, um später die Werte der Betrachter per Biofeedback einlesen und dann die Installation darauf reagieren lassen zu können.Der physische Aufbau bestand aus drei Leinwänden mit Beamern, die alle synchron liefen und je nach Reaktionen der Nutzerin bzw des Nutzer andere Animationen zeigten.

[IMM]: Könntest Du uns sagen, wie Dich dieses Projekt als Künstler wachsen lassen hat und welches Seminar im Modul Visual Music Dir besonders dabei geholfen hat?

[C.B.]: Ich finde, dass ich besonders durch die Leitung, Koordination und Organisation dieses Projektes vieles über Kommunikation und Teamleitung lernen konnte. Die Besprechungen des Projekts bei Prof. Dr. Heike Sperling haben mir sehr viel Inspiration gegeben. Das Spannende für mich an diesem interaktivem Projekt war die Konzeptentwicklung und Realisation dessen, besonders weil es so viele Lernprozesse gleichzeitig gab – einmal auf technischer Seite, wie auch gestalterischer Seite.

Das Interview führte Laura Greco.
>> Hier geht es zur Dokumentation des Projekts.






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