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29. 08. 2018

Verena Hentschel über ihr Bachelorprojekt und ihr Studium am IMM

Die Absolventin des Studiengangs Musik und Medien und bildende Künstlerin Verena Hentschel sprach mit uns über ihr Studium und ihr Bachelorprojekt.

[IMM]: Wo lag Dein Interessengebiet als Du im Wintersemester 2013 am Institut für Musik und Medien angefangen hast zu studieren, und hat sich das nun am Ende Deines Studiums verändert oder ist es gleich geblieben?

[V.H.]: Bevor ich meinen Bachelor of Music in Düsseldorf begonnen habe, habe ich in einem dreijährigen Selbststudium abstrakt-expressive Bilder gemalt und mich oft vom Hören und Tanzen (zu) elektronischer Musik beeinflussen lassen. Nach einer frühen klassischen Musikausbildung in Klavier, Kontrabass und Orchesterspiel war das eine komplette Neuorientierung. In dieser Transformationsphase habe ich mich außerdem intensiv mit Fotografie beschäftigt. In Bezug auf meine Malerei diente mir elektronische Musik bereits ab 2010 als Inspirationsquelle und bildete somit einen Teil meines kreativen Schaffensprozesses. Diese Verknüpfung habe ich weiter ausgearbeitet, und so verbinde ich mittlerweile meine eigene elektronische Musik mit meiner Malerei, um daraus kurze Filme zu kreieren. Als ich 2013 am Institut für Musik und Medien angefangen habe, wusste ich noch nicht genau, wo es mich hinführen würde. Ein Fokus von mir lag von Beginn an auf der Technik, da ich dort am wenigsten Vorwissen hatte. Durch den Unterricht, eigene Projekte und praktisches Arbeiten konnte ich viele Dinge im technischen Bereich erlernen. Ich habe mich in Themengebieten wie Filmregie, Musikvideos, Komposition und Produktion elektronischer Musik (auch für Film) und Visual Music ausprobiert.

[IMM]: Welches Modul hat Dich besonders inspiriert und Dich in Deiner künstlerischen Neigung weitergebracht?

[V.H.]: Das Fach, welches mich am meisten inspiriert und geprägt hat, war das Vertiefungsmodul Visual Music. Besonders die Mischung aus künstlerischer Freiheit und einer strukturierten, klaren Form des Unterrichts, sowie einer gewissen Offenheit in Bezug auf verschiedene Wahrnehmungs- und Betrachtungsweisen, war für meine Weiterentwicklung förderlich. Den Unterricht habe ich als Coaching empfunden, bei dem es auch darum ging, sich in einer vorgegebenen Zeitspanne präsentieren zu lernen. Es ging zum Beispiel darum, welche Informationen ich in der vorhandenen Zeit an mein Publikum weitergeben möchte - eine super Übung, die mir zusammen mit dem differenzierten Feedback gut weiter geholfen hat.

[IMM]: Du hast Dein Bachelorprojekt eingereicht, was ist dort Dein Thema und was hat Dich auf die Idee gebracht?


[V.H.]: In meiner Bachelorthesis Auditive Repetition im Techno und in der Waschmaschine im Kontext visueller Entsprechungen habe ich mich mit Repetition in Bezug auf Klang und Musik beschäftigt. Die Waschmaschine als ein Trance-förderndes, technisches Objekt verhält sich für mich mit ihrer gleichförmigen, rhythmischen Repetition ähnlich wie loopbasierte, repetitive Anteile im Minimal Techno und so wollte ich beides zusammenbringen. Im dazugehörigen Bachelorprojekt "Somewhere between Techno und Waschmaschine" habe ich mit Waschmaschinenklängen gearbeitet und die daraus entstandene elektronische Musik mit zwei Malereien in Form eines Kurzfilms verknüpft. Außerdem habe ich mich in meiner Bachelorthesis in Form einer umfassenden Recherche mit musischen, künstlerischen und ethnologischen Perspektiven in Bezug auf auditive Repetition auseinander gesetzt. In dem Zusammenhang habe ich mich u.a. mit Minimal Music der Komponisten Steve Reich und La Monte Young sowie mit der Musik afrikanischer Völker und ihrer Bedeutung hinsichtlich Rhythmik und Trance beschäftigt.

[IMM]: Wie sieht jetzt Dein Plan nach dem Studium aus? Hast Du eine ideelle Vorstellung von dem, was Du noch erreichen willst?

[V.H.]: Im Wintersemester diesen Jahres fange ich meinen Master of Music an der Folkwang Universität der Künste in Essen an. Dort studiere ich Integrative Komposition und möchte in meinen zukünftigen Projekten weiterhin Malerei und elektronische Musik miteinander verbinden.

[IMM]: Wenn Du den Studierenden am Institut für Musik und Medien einen Ratschlag geben würdest, was wäre etwas, was Dir wichtig wäre als Tipp weiterzugeben?


[V.H.]: Ich denke, dass das Studium mit all seinen verschiedenen Schwerpunktmodulen einen guten Platz dafür bietet, um sich in vielerlei Hinsicht auszuprobieren und immer wieder neu kennenzulernen. Projekte sind in diesem Rahmen geeignete Gelegenheiten, um etwas zu erlernen und sich selbst künstlerisch und technisch weiterzuentwickeln. Ich habe die Projekte also als Entwicklungschancen gesehen und kann nur dazu ermuntern, dies nicht als Arbeitsaufwand oder als das Sammeln von Creditpoints zu betrachten, sondern als tolle Gelegenheit, um sich auszuprobieren und zu definieren. Als Studierende/r am IMM hat man die einzigartige Möglichkeit, auf die dafür nötige Technik und die entsprechenden Ansprechpartner zurückgreifen zu können.

Das Interview führte Laura Greco.
Hier geht es zum Bachelorprojekt und zur Bachelorthesis



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