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18. 12. 2018

Falk Grieffenhagen über Visual Music Systems, Programmieren und Bach

Der IMM Dozent für Visual Music Tools und Animation sprach mit uns über seinen Unterricht und Inspirationsquellen als Künstler. 

[IMM:] Seit 2016 sind Sie Dozent für Visual Music Systems an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf am Institut für Musik und Medien. Können Sie uns einen kurzen Überblick verschaffen, wie das Seminar bei Ihnen aufgebaut ist und welche Aspekte Ihnen besonders wichtig sind?

[F.G]: Am Institut für Musik und Medien unterrichte ich für das erste Studienjahr Bildbearbeitung und Animation im Pflichtmodul Grundlagen Audiovisuelle Gestaltung. Im Studienschwerpunkt Visual Music, den die Studierenden dann im weiteren Studienverlauf wählen können, unterrichte ich Musikvisualisierung sowie Visual Music Tools.

In den Grundlagen versuche ich erste Erfahrungen und Einblicke in die Bereiche 3D-Produktion, Compositing und Echtzeit-Visuals zu geben. Es geht dabei einerseits um grundsätzliche Aspekte wie z.B. wie ein Computer Farbe und Formen definiert und andererseits um technische Entwicklungen, in dem wir uns anschauen wie King Kong (1933) oder die Star Gate Sequence aus 2001 - Odyssee im Weltraum (1968) realisiert wurden und wie man das heute machen würde. 

In meinem Seminar Visual Music Tools gebe ich den Studierenden einen Überblick über die Palette an Software, Techniken und Themen mit denen sie arbeiten können, um ihre Abschlussarbeit zu realisieren. Oft entwicklen die Studierenden Installationen für die sie eine Mischung aus Produktions- und Echtzeit-Tools brauchen. Auch hier versuche ich mit ihnen viel praktisch zu arbeiten, möglichst anhand von Fragestellungen im direkten Zusammenhang mit ihrer Projektidee.


[IMM:] Unter Ihrer Leitung werden die Plakate für die jährlich stattfindende Visual Music Night in Live Visuals umgesetzt, die die Studierenden im Rahmen ihrer Prüfung dann im Club vorführen.

[F.G]: Ja, ich finde es spannend, die Weiterentwicklung und Animation der Plakate für die Visual Music Night in meinem Seminar zu betreuen. Mir ist vor allem die Konfrontation der Studierenden mit einer Live-Performance wichtig, denn bei der Visual Music Night, stehen die Studierenden als Visual Artists im Mittelpunkt. Neben dem Druck der Performance als solcher, gibt es noch die Herausforderung mit dem Computer live zu arbeiten und mit Schwierigkeiten schnell und kompetent umzugehen.

Im Unterricht erarbeiten wir uns mit kommerziellen VJ-Tools verschiedene Techniken, um live dann die Visuals zu Musik von einem/einer DJ zu generieren. Die Studierenden müssen dann auf verschiedene Stimmungen der Musik reagieren und das Ausgangssignal des DJ-Mischpultes als Steuersignal für ihre visuellen Arbeit benutzen. Wichtig ist mir auch, die Studierenden in die technische Planung und Durchführung einzubeziehen, damit sie eine Sensibilität dafür entwickeln, wie wichtig die Planung für das gute Gelingen eines derartigen Events ist. 


[IMM]: Neben dem Lehrauftrag an der Robert Schumann Hochschule, arbeiten Sie als freiberuflicher Musiker, Komponist, Ton- und Bildingenieur sowie Programmierer. Gibt es einen Auftrag, eine Zusammenarbeit oder einen Auftritt den Sie besonders in Erinnerung haben und der Sie nachhaltig beeindruckt hat?

[F.G]: Mir liegt sehr viel an meiner Arbeit als Musiker und der Zusammenarbeit mit meinen Kollegen - als Saxofonist, Klarinettist oder als Elektroniker. Wenn ich meine Stücke spielen kann und das Publikum sie dankbar entgegen nimmt, ist das für mich immer etwas besonderes. 


[IMM]: Gab es einen technischen Wandel, ein Tool oder ein digitales Programm, das einen großen Einfluss auf Ihre Arbeit hatte?

[F.G]: Ich arbeite seit Ende der 90er Jahre mit der Programmierumgebung Max von cycling74. Max ist oft eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Anwendungen eines Computers wie Komposition, Steuersignale, Audiosignalverarbeitung, Netzwerk, Video, Computerspiel, Hardwareanbindung und diversen Programmiersprachen. Meine Betätigungsfelder haben viel mit diesen Arbeitsbereichen zu tun und ich habe sie mir meist durch das Programmieren mit Max erschlossen. Ein anderes Tool mit dem ich einige meiner Arbeiten im Bereich Modeling, Compositing und Gaming realisiert habe, ist die Open-Source-Software Blender3D.


[IMM]: Haben Sie im Bereich Visual Music und Komposition Vorbilder? Gibt es Künstler*innen deren Arbeit Ihnen privat besonders gefallen? Was inspiriert Sie?

[F.G]: Konkrete Vorbilder im Bereich Visual Music gibt es für mich eigentlich nicht. Mich interessieren Aspekte, Ansätze und Ideen von Arbeiten, die ich im Netz oder in Ausstellungen sehe und die ich dann versuche aufzugreifen, meist mit einem völlig anderen Ergebnis. Inspiration kommt bei mir in der Regel spontan beim Arbeiten durch die Möglichkeiten, die ich in dem bestimmten Moment gerade habe. Inspirierende Momente können sowohl von dem Anblick oder Geräusch einer verrosteten Tür kommen als auch beim Hören von Musik wie Bach oder Coltrane entstehen. Bei Künstler*innen inspiriert mich oft ihre Haltung, die dann durch die Kunst zum Ausdruck kommt. Also die Idee aus der die Werke entstehen, das Werk selbst ist für mich dann ein Teil des Ganzen. Mich interessieren Kunstwerke von Künstler*innen aus meinem Umfeld, die ich persönlich kenne, weil mich die Verbindung zwischen dem Werk und der Persönlichkeit des Menschen interessiert.


[IMM]: Vielen Dank für das Gespräch.


Das Interview führte Laura Greco.
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>> Hier gibt es einen Einblick in Silva, einer aktuellen Arbeit von Falk Grieffenhagen. 



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