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Der Götterbote


Der Götterbote
Ein interviewbasiertes Radiostück von Christoph Collenberg 

Timo Dege: Ein Kaiser der Originalität und Meister der Heilung psychischer Schäden, eine performierende, originelle Identität des Lebens, die selbstverständliche Meisterschaft einer Würde des Menschen und automatischer Held eines vollendeten Originals in Arbeit, Werk und Programmatik. Seit seiner zweiten Geburt ist er darauf ausgerichtet, die Erde zu einer originellen Faszination zu entfalten und dem Sinnlosen für immer die Fresse zu polieren.

Der Autor der poetischen Bücher „Volksdichtung“ und „Die Götterbotin“ veröffentlicht in seinen Werken Bipolaritäten, also Gegensätze wie Feuer und Wasser, Mann und Frau, Sinn und Unsinn und das, was die Sinne alltäglich bedroht. Kämpferisch-bipolar-impulsiv begibt er sich auf den Straßen Berlins in einen selbstverständlichen Fluss der Alltagsunterhaltung, geht dort von Mensch zu Mensch und bietet seine Kunst an.

“Aber ich liege neben den Versuchen überlebenslang hinaus - aaaaah! zwischen den Händen und Beinen meines Tages ohne Sein. Das ist ein gutes Lied, das, wenn es laut geflüstert wird mit all dieser Studienoriginalität der Bipolarität, gegen die zukünftigen tödlichen Konfrontationen vorgeht. Die Formel fängt mit ‘aber’ an und hört mit ‘ohne Sein’ auf und bespricht Sinn und Unsinn. ‘Ich liege neben den Versuchen’ sind die Sinne, die im Kopf liegen - Augen, Ohren, Nase, Mund – und die Versuche um sich herum wahrnehmen. Das heißt, wenn ich sage, ‘ich liege neben den Versuchen’, ist das ‘ne Sinnesverstärkung. Immer. Man kann also laut lesend, wenn man diese Bipolarität benutzt, sehr große Negativitäten behandeln. Also der Sinn, dieses Lied laut zu lesen, ist eindeutig, sich in die Biografie zu verführen. Hast Du die Formel schon ausprobiert?“

Das Radiostück „Der Götterbote“ basiert auf einem aufgezeichneten Gespräch mit dem Straßenpoeten Timo Dege auf dem Tempelhofer Feld in Berlin im Sommer 2014. Immer wieder nimmt es die Bipolarität in Deges Werk beim Wort und verspinnt sie mittels Kunstkopf-Feldaufnahmen, komplexen Klängen analoger Synthesizer und den Improvisationen des Kontrabassisten Ben Held zu einer Klangkomposition. Sämtliche verwendete Kompositionstechniken - sowohl Feldaufnahmen als auch musikalische Partien betreffend - basieren streng auf dem Prinzip der Bipolarität in Deges Arbeit und überführen diese in Polyrhythmik, gespiegelte Harmonien und markantes Panorama. Ein und dasselbe Motiv wird fortwährend gedreht und gewendet wie eine Münze und gleich einem Mantra souffliert. 

Das Stück wurde als Projekt am Institut für Musik und Medien im Bereich Musik und Text von Marc Matter betreut.


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