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Sepulkralmusik

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Forschungs- und Dokumentationsprojektes Trauermusik, einer Kooperation zwischen dem Bund Deutscher Bestatter und der Robert Schumann Hochschule gibt es eine Fortsetzung der Trauermusikforschung an dieser Hochschule. Im April 2004 wurde am Musikwissenschaftlichen Institut der Robert Schumann Hochschule eine Forschungsstelle für Sepulkralmusik eingerichtet.

Die Forschungsstelle wird von Prof. Dr. Dr. Volker Kalisch geleitet. Koordiniert und assistiert wird die Stelle vom Kirchenmusiker, Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeiter Marcell Feldberg. Beide waren in gleicher Funktion schon beim vorangegangen Forschungs- und Dokumentationsprojekt Trauermusik tätig. Finanziell getragen wird die Stelle von der Stiftung Humatia des Kuratoriums der Deutschen Bestattungskultur, womit die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen freier Wirtschaft und Forschung und Lehre an einer staatlichen Hochschule eine vielversprechende Fortsetzung findet.

Ziel der Forschungsarbeit ist es, durch eine zunächst erfolgende Grundlagenforschung die vielfältigen Bereiche der Trauermusik zu erkunden, wobei den unterschiedlichen Formen von Trauermusik in deren Kontexten sowie deren Wandlungen durch die Jahrhunderte nachgespürt wird. Besondere Bedeutung wird dabei dem Phänomen der Trauermusik in unseren heutigen kulturellen Lebenszusammenhängen beigemessen. Hierzu gehört auch der Aufbau eines thematisch zentrierten Forschungs- und Literaturapparates, der später zu einer eigenen Bibliothek ausgebaut werden kann.

Musik zu Tod und Trauer

Außerdem wird derzeit eine wissenschaftliche Bibliographie zu einschlägigen Begriffen und Themen aus Lexika, Periodika etc. angelegt. Ebenfalls zu den laufenden Arbeiten gehört das Sammeln von Musik zu Tod und Trauer unterschiedlichster Art aus allen Epochen. So entsteht mit der Zeit ein reichhaltiges Tableau an Musiken und den sich darum kreisenden wissenschaftlichen Auseinandersetzungen, das einen Einblick in die Vielfalt unserer Kulturen ermöglicht.

Schon jetzt werden die Wissensressourcen der Forschungsstelle für Sepulkralmusik ganz praktisch genutzt. Prof. Dr. Dr. Kalisch und Marcell Feldberg sind mit unterschiedlichen Facetten zum Thema Trauermusik als Referenten bei Tagungen und Seminaren tätig. Seit 2003 liegt die Bestatterausbildung im Fach Trauermusik in Händen der Forschungsstelle, vertreten durch Marcell Feldberg.

Hervorzuheben ist auch das zweitägige Forum Musica et Memoria, das im November 2005 in Düsseldorf von der Forschungsstelle für Sepulkralmusik und dem Kuratorium Deutsche Bestattungskultur mit Erfolg durchgeführt wurde. Hierbei wurden noch einmal die Synergieffekte der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Totentänze

Des weiteren stellen Kooperationen mit Kirchen, anderen universitären Einrichtungen und wissenschaftlichen Institutionen, wie etwa der Europäischen Totentanz-Vereinigung, wichtige Multiplikatoren hinsichtlich der thematischen Vielfalt zu Tod und Musik dar. Mit der Europäischen Totentanz-Vereinigung veranstaltete die Forschungsstelle für Sepulkralmusik vom 27. bis zum 29 April 2007 in der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf eine Tagung zum Thema Totentänze – Musik und Tanz im Angesicht des Todes. Die Ergebnisse dieser Tagung sind im Jahrbuch 2007 der Europäischen Totentanzvereinigung dokumentiert.

Trauermusik als kulturelle Praxis

2010 gab die von der Forschungsstelle veranstaltete Tagung „Musik – Tod – Alltag. Musik zu Tod und Trauer als kulturelle Praxis“ einen Einblick über die sichtbaren und verborgenen Prozesse von gegenseitiger Beeinflussung und Prägung zwischen der Thematik von Tod und Trauer und der entsprechenden Reflexion in den Künsten  sowie in  ganz basalen Praktiken des Alltags.

Ebenfalls 2010 erarbeitete die Forschungsstelle für Sepulkralmusik im Auftrag des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur e. V. eine Handreichung zum Thema Musik zu Sterben, Tod und Abschiednehmen. Die Handreichung wurde als Band 4 in der Ratgeberreihe für Bestatter unter dem Titel Trauermusik. Abschied planen und gestalten publiziert und erscheint mittlerweile in zweiter Auflage.

Im Kontext gesellschaftspolitischer Ereignissen und Phänomene wie u. a. dem Tod von Bundeswehrsoldaten während ihrer Auslandseinsätze oder dem Freitod des Fußballtorwarts Robert Enke fand 2013 in Düsseldorf die Tagung „Vor aller Augen ... Tod in öffentlicher Wahrnehmung und Begegnung“ statt. Ein umfangreicher Band dokumentiert und reflektiert diese Tagung des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur und der Forschungsstelle für Sepulkralmusik. In verschiedenen Vorträgen und Foren wurden Bestandsaufnahmen, historische Rückblicke und Perspektiven für die Zukunft aus gesellschaftspolitischer, kulturwissenschaftlicher, historischer und theologischer Sicht vorgestellt. Die Beiträge dieses Bandes zeigen den Stand der gegenwärtigen Diskussion auf, versuchen aber auch, Impulse für eine weitergehende Diskussion zu entwickeln.

Der Aspekt der Erforschung von Trauermusik als wichtiger Beitrag zur Pflege der kulturellen Praxis schlug sich auch in der von Marcell Feldberg herausgegebenen Anthologie … der Nacht entrissen. Lieder zur Bestattung in ökumenischer Auswahl nieder, die 2016 bei der Evangelischen Verlagsanstalt erschienen ist.

Erarbeitet und zusammengestellt wurde u. a. auch ein sechs CDs umfassender Schuber des Forschungs- und Dokumentationsprojekts Trauermusik mit umfassendem Begleittext. Herausgegeben wird diese klingende Dokumentation unter dem Titel Musica et memoria – Trauermusik durch die Jahrhunderte vom Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e. V. Die Wochenzeitung Die Zeit hebt hervor: Die Auswahl besorgte die wegen ihrer erstklassigen Repertoirekenntnisse bestens geeignete Forschungsstelle für Sepulkralmusik an der Düsseldorfer Musikhochschule“. In der Besprechung von Michael Fischer in Klassik.com heißt es: Zum guten Eindruck der Edition trägt die innere Ordnung bei: Mit sechs Compact Disc werden nämlich zugleich sechs Themenfelder abgesteckt, welche verschiedenartige Zugänge zum Thema Tod andeuten. (...) Ein besonderes Lob verdient die ausgezeichnete Einführung, die auf sechzig Seiten nicht nur die einzelnen Musikstücke, sondern auch in die übergreifende Problematik Musik und Tod einleitet.“

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