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30. 01. 2023

Visual Music Studies 2023

Die Ausstellung der diesjährigen Visual Music-Abschlussarbeiten findet am 15. Februar 2023 von 17:00-22:00 Uhr in der Filmwerkstatt Düsseldorf statt.

VISUAL MUSIC STUDIES 2023
Ausstellung der Visual Music-Abschlussarbeiten in der Filmwerkstatt Düsseldorf

Mittwoch 15. Februar 2023
17:00 – 22:00 Uhr

Eintritt frei

Roger Fry benutzte 1912 den Begriff Visual Music in einem Text über die Arbeit des Malers, Grafikers und Theoretikers Wassily Kandinsky. Kandinsky war Synästhetiker, d.h. er sah beim Hören gleichzeitig - vor seinem inneren Auge - Farben und Formen.
Seit 2009 bietet das Institut für Musik und Medien (IMM) der Robert Schumann Hochschule Visual Music als Studienschwerpunkt an. An der renommierten Düsseldorfer Musikhochschule lernen die Studierenden ihre/n Musik/Sound vom Konzept bis zur Umsetzung zu visualisieren. Dabei stehen ihnen alle Genres offen – vom analogen Experimentalfilm bis zur generativen, raumgreifenden Medieninstallation.
Die Abschlussarbeiten von María Camila Agudelo Mejía, Roberto Alessio, Nora Bögel, Benjamín Herrera Lizana, Margareta von Klenze und Ricardo Soares Fernandes entstanden 2022/23 unter der Betreuung von Prof. Dr. Heike Sperling, Marcus Schmickler, Prof. Ulla Barthold, Falk Grieffenhagen und Jan Höhe.

Tiempo del ruido (Otoakustische Visionen) von María Camila Agudelo Mejía – Licht-/Toninstallation
Am 9. März 1687 um 22 Uhr gab es in der damaligen Stadt Santa Fé de Bogotá ein mysteriöses und lautes Geräusch unbekannter Herkunft, das etwa 15 Minuten andauerte und eine kollektive Panik unter den Einwohnern der Stadt auslöste. Die Installation Tiempo del ruido (Otoakustische Visionen) von María Camila Agudelo Mejía wurde nach diesem Vorfall benannt und von ihm inspiriert. Die Arbeit erforscht die Spannung zwischen Unbehagen und Komfort durch otoakustische Emissionen und optische Täuschungen. Die Wahrnehmung von Raum, Ton und Licht bilden die Erfahrung, die versucht, den Vorfall in Bogotá zu erforschen.

Woher weht der Wind von Roberto Alessio – Performance, Länge: 5-10 Minuten
Die Performance Woher weht der Wind thematisiert den Zwiespalt eines Musikers zwischen Strukturen der Improvisation und dem kompletten Abdriften seiner Aufmerksamkeit. In der 5-10 minütigen Performance driftet Robert Alessio zwischen musikalischer Improvisation, die ihm Freiheit bieten soll, und verspielte Unbewusstheit. Diese Zustände von scheinbarer Ordnung bzw. Unordnung werden parallel auf der Leinwand visualisiert. Als Material für die Visuals nutzt Roberto Alessio Zeichnungen seiner Erinnerungen und Farben, die spektrale Anteile der Musik visualisieren.

3Rf’ von Nora Bögel – Performance, Länge: 05’00“
In der Wahrnehmung von Nora Bögel haben alle Töne eindeutige Farben und Geräusche eine klare Form. So ist zum Beispiel die Zahl 3, der Buchstaben R und der Ton des eingestrichenen fs gelb. Mit der Performance 3Rf’ übersetzt Nora Bögel die synästhetischen Erfahrungen vom inneren Auge für die Betrachter:innen in den Raum. Da die optischen Assoziationen von Nora Bögel nur beim Musik machen getriggert werden, ist das Format der Arbeit eine Live-Performance. Jedes musikalische Phänomen bekommt dabei ein fest zugewiesenes visuelles Element, das durch die Videoprojektion auf ein Objekt für das Publikum erfahrbar wird.

sub:merge von Benjamín Herrera Lizana – Medieninstallation, Länge: 12’30“
Benjamín Herrera Lizana beschäftigt sich in seiner Installation sub:merge mit der Frage nach dem Selbst. Dafür arbeitete er mit Freunden aus seiner Kindheit zusammen, die großen Einfluss auf seine Entwicklung hatten. Die Installation entstand in dem Benjamín Herrera Lizana zuerst seine Erinnerungen, Erfahrungen und Gefühle aufschrieb. Von diesen Texten liess sich Amotken aus Mexico inspirieren und schrieb Musik dazu. Als dritte Person reagierte Iván Stevens aus Chile auf die Musik mit seinen Videosequenzen. Schliesslich kompilierte Benjamín Herrera Lizana das so entstandene Material zu einer Installation, die unter Verwendung von audioreaktiven Visuals und AI-Algorithmen eine surrealen Ästhetik erschafft.

The Butt von Margareta von Klenze aka Mikatzu – Musikvideo, Länge: ca. 4 Minuten
Das Musikvideo The Butt von Margareta von Klenze aka Mikatzu handelt von einem sich befreienden Frauenkörper und davon wie es ist, die Scham loszulassen, sie fliegen zu lassen. Zu klein, zu groß, zu viel? Nein, nicht da, um von außen bewertet zu werden. Da, weil er eben da ist und, so wie er ist, genau richtig. Der Po. Eine absurde Idee wird Wirklichkeit: Die Geschichte eines Hinterns auf der Suche nach sich selbst.

is it really you? von Ricardo Soares Fernandes – Videoinstallation
Die immersive Installation is it really you? von Ricardo Soares Fernandes beschäftigt sich mit der Suche nach Identität, der Selbstwahrnehmung und der Wirkung auf das eigene Umfeld – als ein, von einer affektiven Störung geprägter, Mensch. Bin das wirklich ich? Entspricht mein Selbstbild dem, wie mein Umfeld mich wahr nimmt?Ambivalente Klänge stellen dabei eine Interpretation der sich stetig abwechselnden Stimmungen dar, mal absehbar und mal abrupt. Audioreaktive Visuals verzerren das Abbild der/des Betrachter:in und lassen dieses eine Reise innerer, unkontrollierbarer Zerrissenheit erleben.Die Installation möchte mehr Bewusstsein für Menschen mit Affektstörungen und ihren Kampf mit sich selbst schaffen.



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