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11.09.2022

Opferrituale im Klosterhof

Paul Müller Reyes

Die Hochschule geht mit dem Format „Alla breve“ im Düsseldorfer Maxhaus neue Wege: Drei halbstündige Kammeropern, geschrieben und aufgeführt von Studentinnen und Studenten, stehen für eine innovative und lebendige Form des Musiktheaters.

Natürlich lässt sich das ehemalige Franziskanerkloster in der Düsseldorfer Altstadt nicht in ein Opernhaus verwandeln. Für eine Guckkastenbühne ist im Klosterhof einfach kein Platz. Deshalb hat sich Paul Müller Reyes etwas anderes überlegt. Der Student aus der Kompositionsklasse Prof. Oliver Schneller will den mit Glas überdachten Innenhof als multimediale Spielfläche nutzen. Statt mit aufwändigen Kulissen und Requisiten arbeitet er mit Licht, Nebel, Projektionen, Livekameras und vorproduzierten Videos. Not macht erfinderisch.

Während in der großen Oper der Held von Tat zur Tat schreitet, geht es in den kurzen Kammeropern der Studenten um die Innenansichten, das Denken und Fühlen der Protagonisten. Paul Müller Reyes beschäftigt sich in seinem Werk „Le système sacrificiel“ mit Opferriten. Fragmente aus der griechischen Mythologie und aus dem Alten Testament bilden die textliche Basis der insgesamt vier Szenen. Ein Bariton, eine Mezzosopranistin und ein Erzähler stehen auf der Bühne, das Ensemble besteht aus 12 Musikerinnen und Musikern.

„Das ist mein erstes Musiktheater-Stück“, sagt der 25-Jährige, der vor seinem Masterstudium am Institut für Musik und Medien studiert hat. „Meine Schwerpunkte waren damals Musikinformatik und Sounddesign. Das hat mein Interesse am Komponieren geweckt“, erzählt der Student. Am IMM lernte er nicht nur das breite Spektrum visueller Ausdrucksformen kennen, die er in seiner Inszenierung verwendet. Er traf dort auch die Kommilitonen, die ihm jetzt, bei der ersten großen kompositorischen Arbeit, tatkräftig unter die Arme greifen: Sofie Moritz als Bühnenbildnerin, Felix Hecker als Videokünstler und Jan Kunz als Toningenieur.

Die Idee, Kammeropern zu inszenieren, kommt von Prof. Oliver Schneller. „Wir wollen eine Plattform für neues Musiktheater an der Hochschule schaffen. Studierende des Faches Komposition können sich künftig jedes Jahr mit Konzepten für Kurzopern bewerben, unter denen jeweils drei für eine Aufführung ausgewählt werden. Die Projektentwürfe können experimentell, multimedial, interdisziplinär oder auch konventionell sein.“ Jedes Opernprojekt sollte allerdings nicht mehr als 12 Instrumentalisten und drei Vokalisten umfassen. Auch die Gesamtlänge ist auf 30 Minuten begrenzt. Umso freier darf die Gestaltung sein. 

„Die Miteinbeziehung von Elektronik, Videoprojektion und anderen digitalen Techniken wird explizit angeregt“, sagt Schneller. Ihm ist es wichtig, dass die Studierenden - Instrumentalisten, Dirigenten, Vokalisten, Kameraleute, Regisseure oder Komponisten – eine Chance bekommen, zusammen zu arbeiten und sich auszutauschen.

Alla breve - Drei Kammeropern
7. November 19.30 Uhr 
Maxhaus, Schulstr. 11, 40213 Düsseldorf

Eine Koproduktion mit der Deutschen Oper am Rhein, der Musikhochschule Köln und dem Maxhaus, Regie: Sabine Hahn, Bühnenbild: Mara Lena Schönborn. 

Während die Kurzoper von Eunyoung Jang auf einem koreanischen Märchen basiert, beschäftigt sich Paul Müller Reyes in Le système sacrificiel mit historischen Opferriten. In Ligeia von Dmitrii Shchukin geht es um eine Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe.

Tickets (18 und 14 Euro) gibt es im Maxhaus-Foyer (0211 9010252) oder online unter eintrittskarten@maxhaus.de  



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