Your browser is not supported, please upgrade to the newest version.

Passaggio

Donnerstag,
7. Oktober 2021
Robert Schumann Hochschule
Foto: Mus.Nachl.F.Martienssen-Lohmann, Kasten 1, Mappe Gr.11, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv

Franziska Martienßen-Lohmanns Vision einer modernen Gesangspädagogik und Aspekte der Gesangspädagogik heute: Zweitägiges Symposium zum 50. Todestag von Franziska Martienßen-Lohmann (1887-1971), Konzeption und Leitung: Dr. Barbara Hoos de Jokisch, UdK Berlin und Anja Paulus, Robert Schumann Hochschule

Vorläufiges Programm:

Dr. Barbara Hoos de Jokisch (Berlin): Martienßen-Lohmanns historische Vision einer modernen Gesangspädagogik und deren Auswirkungen auf die aktuelle Gesangspädagogik

Lore Sladek (Krefeld): Martienßen-Lohmanns Biografie und gesangspädagogischer Stammbaum

Anja Paulus (Düsseldorf), Studierende der RSH:
Martienßen-Lohmann 1949-71 in Düsseldorf

PD Dr. Louisa Traser, Sabine Seidel (Freiburg): Stimmphysiologie zum Anschauen - Neue Einblicke ins Innere von Sängerinnen und Sängern mittels dynamischer Kernspintomographie, Martienßen-Lohmanns Atemübungen – betrachtet aus der Perspektive von Atem-Tonus-Ton

Irmhild Wicking (Frankfurt): Burga Schwarzbach: Sängerische Körperschulung. Erinnerungen an die Meisterkurse in Luzern - zum Mitmachen!

Dr. Silke Schwarz (Mannheim): Die geistige Klangvorstellung bei Martienßen-Lohmann - Mentales Training im Gesang heute

Dr. Evelyn Buyken (Köln): Zwischen Kunst, Wissenschaft und Pädagogik - Künstlerische Forschung heute             

Dr. B. Hoos de Jokisch (Berlin), Anja Paulus (Düsseldorf): „Die 7 Grundelemente der Stimmbildung“ - „Über-Setzen“. Stimmphysiologie als erlebtes Wissen    

Universitätsprofessorin KS Angelika Kirchschlager (Wien): Lehrdemonstration Masterclass: Sprache und Gesang - Sprache im Gesang, mit anschließendem Gespräch

Dr. B. Hoos de Jokisch (Berlin), Anja Paulus (Düsseldorf): Schlussbetrachtung: Rückschau und Ausblick - Gesangspädagogik gestern - heute... und morgen?

Die Veranstaltung wird vom Bundesverband deutscher Gesangspädagogen zertifiziert.      


Franziska Martienßen-Lohmann:
Pionierin der modernen Gesangspädagogik          

„Nicht Methode. Nicht Schema. Aber – System! Systematische Arbeit auf Grund der ganz individuellen Notwendigkeit der einzelnen Stimme gemäß der Gesetze und Gesetzlichkeit der Stimmentwicklung überhaupt, wie die Natur sie zwingend aufweist. Das ist das allein Entscheidende für sichere Förderung“, umschreibt Martienßen-Lohmann ihr pädagogisches Konzept. Die Sängerin und Gesangspädagogin gilt als Hauptvertreterin der psychologisch orientierten deutschen Gesangspädagogik. Martienßen-Lohmann wollte das didaktische Programm an der jeweiligen Schülerpersönlichkeit entwickeln anstatt es einer starren Methode unterzuordnen. Sie erhielt dabei wesentliche Anregungen von Felix Krueger, dem Begründer der Ganzheitspsychologie. 

Martienßen-Lohmann, am 6. Oktober 1887 in Bromberg (Westpreußen) geboren, studierte Gesang und Klavier. 1912 zog sich nach Berlin und heiratete dort ihren früheren Klavierlehrer C.A. Martienßen. Ab 1914 konzertierte sie als Sängerin. 1927 übernahm sie eine Professur an der Münchner Musikakademie, 1929 heiratete sie ihren ehemaligen Gesangsschüler Paul Lohmann. Von 1930 bis 1933 unterrichtete sie an der Kirchenmusikschule in Berlin und von 1933 bis 1945 als „gleichgestellte Mitarbeiterin“ Lohmanns in dessen Vertrag als Professor an der Staatlich Akademischen Hochschule für Musik. Nach einer kurzen Zwischenstation an der Musikhochschule in Weimar wirkte Martienßen-Lohmann von 1949 bis 1969 am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf als Professorin für Gesang. Sie starb 1971 in Düsseldorf. 

„Aus dem großen Schülerkreis beider Pädagogen gingen zahlreiche Gesangslehrer hervor, die ihrerseits nach den Arbeitsprinzipien von Martienßen-Lohmann und Lohmann arbeiten. Die positive Resonanz, die die Veröffentlichungen Martienßen-Lohmann seit ihrem Erscheinen gefunden haben, reicht mit unverminderter Akzeptanz bis in die zeitgenössische Fachliteratur der Gegenwart (so u.a. bei Seidner, Fischer, Miller, Pezenburg)“, schreibt Barbara Hoos de Jokisch vom Institut für Musikpädagogik der Universität der Künste Berlin. Dies zeige einmal mehr, dass Martienßen-Lohmann ihren früh formulierten Vorsatz, zu einer modernen Gesangspädagogik und Gesangswissenschaft beitragen zu wollen, langfristig verwirklichen konnte.

 



zurück
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf Fischerstraße 110, 40476 Düsseldorf
Fon: +49.211.49 18 -0 Fax: +49.211.49 11 6 18 www.rsh-duesseldorf.de