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10.05.2019

Null-Toleranz bei Belästigungen und Übergriffen

Prof. Raimund Wippermann, Rektor der RSH
Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet in der Ausgabe vom 27. April über Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe an Musikhochschulen. Der Bericht bezieht sich vor allem auf Vorfälle an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und an der Kunstakademie Düsseldorf. Aber auch die Robert Schumann Hochschule wird erwähnt. Demnach beklagen drei ehemalige Studierende der Hochschule, die nach Angaben des Spiegels anonym bleiben wollen, sexuell anzügliche Bemerkungen und Berührungen. Das Rektorat ist über diese vom Spiegel zitierten Vorfälle entsetzt und stellt mit Nachdruck klar, dass jegliche Form übergriffigen Verhaltens an der Hochschule in keiner Form toleriert wird.

Die hier zitierten Vorgänge wurden dem Rektorat bedauerlicherweise nicht gemeldet. Grundsätzlich verfolgt die Hochschulleitung alle Übergriffe, die dem Rektorat offiziell vorliegen, sofort und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Die Hochschulleitung kann aber nur dann reagieren, wenn die Vorwürfe konkret und belastbar geäußert werden.

An den Kunst- und Musikhochschulen ist der Einzelunterricht im künstlerischen Hauptfach zentraler Bestandteil des Studiums. Insbesondere die Beschäftigung mit Musik greift nicht nur in kognitive, sondern immer auch in emotionale Bereiche. Auf diese Weise wird ein besonderes Vertrauensverhältnis begründet, nicht zuletzt unter dem Aspekt, dass Studierende in der Regel immer mit einem expliziten Lehrerwunsch an eine Musikhochschule kommen. Dieses Vertrauensverhältnis darf unter keinen Umständen missbraucht werden!

Um wirkungsvoll gegen übergriffiges Verhalten vorzugehen, hat die Hochschule in der Senatssitzung am 8. Mai 2019 eine Richtlinie zum Umgang mit sexueller Übergriffigkeit verabschiedet. Diese Richtlinie definiert einerseits einen klaren Rahmen für angemessenes Verhalten im Umgang miteinander. Andererseits werden konkrete Verfahren benannt, auf welche Weise im Falle von grenzüberschreitendem Verhalten zu reagieren ist: So wird es z.B. in besonderer Weise geschulte Vertrauenspersonen geben, die als erste Ansprechpartnerin und erster Ansprechpartner die betroffene Person beraten.

Die Erstellung dieser Richtlinie steht nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den vom Spiegel zitierten Vorwürfen. Eine durch den Senat eingesetzte Kommission arbeitet seit mehr als einem Jahr an dieser Richtlinie. Die Hochschulleitung ist vor allem vor dem aktuellen Hintergrund erfreut, dass diese Arbeit nun zu einem positiven Abschluss gekommen ist.

Darüber hinaus fördert die Hochschule seit mehreren Jahren das Problembewusstsein bei den Hochschulangehörigen. So war im Oktober 2016 Prof. Dr. Freia Hoffmann, Autorin eines Handbuchs über sexuelle Übergriffe im Instrumentalunterricht, an der Hochschule zu Gast. Auch das Erscheinen der Richtlinie wird durch flankierende Maßnahmen begleitet. Darüber hinaus wird dafür Sorge getragen, dass die Richtlinie allen Hochschulangehörigen so zur Kenntnis gebracht wird, dass zweifelsfrei deutlich ist, dass alle Hochschulangehörigen sich an den durch diese Richtlinie vorgegebenen Rahmen zu halten haben.

Die Hochschulleitung möchte erneut und mit Nachdruck alle Studentinnen und Studenten ermutigen, sich in Fällen von grenzüberschreitendem Verhalten aktiv an die Hochschulleitung zu wenden. Bei sexuellen Belästigungen verfolgt die Hochschule eine Null-Toleranz-Politik.    

Den Text der verabschiedeten Richtlinie finden Sie hier



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