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Sepulkralmusik

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Forschungs- und Dokumentationsprojektes Trauermusik, einer Kooperation zwischen dem „Bund Deutscher Bestatter“ und der Robert Schumann wurde 2004 am Musikwissenschaftlichen Institut der „Robert Schumann Hochschule“ eine

„Forschungsstelle für Sepulkralmusik“ eingerichtet.

Die Forschungsstelle wird von Prof. Dr. Dr. Volker Kalisch geleitet. Koordiniert und betreut wird die Stelle vom promovierten Kirchenmusiker und wissenschaftlichen Mitarbeiter Marcell Feldberg.
Finanziell getragen wird die Arbeit der Stelle derzeit von der „Stiftung DeutscheBestattungskultur“, womit die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen freier Wirtschaft und Forschung und Lehre an einer staatlichen Hochschule eine vielversprechende Fortsetzung findet.
Die Initiation für die Einrichtung der Forschungsstelle bestand in der Erarbeitung und Zusammenstellung eines sechs CDs umfassender Schuber mit umfassendem Begleittext. Herausgegeben wurde diese klingende Dokumentation unter dem Titel Musica et memoria – Trauermusik durch die Jahrhunderte“ vom Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e. V.
Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hebt hervor: „Die Auswahl besorgte die wegenihrer erstklassigen Repertoirekenntnisse bestens geeignete Forschungsstelle für Sepulkralmusik an der Düsseldorfer Musikhochschule“. In der Besprechung von Michael Fischer in Klassik.com heißt es: „Zum guten Eindruck der Edition trägt die innere Ordnung bei: Mit sechs Compact Disc werden nämlich zugleich sechs Themenfelder abgesteckt, welche verschiedenartige Zugänge zum Thema Tod andeuten.(...) Ein besonderes Lob verdient die ausgezeichnete Einführung, die au fsechzig Seiten nicht nur die einzelnen Musikstücke, sondern auch in dieübergreifende Problematik Musik und Tod einleitet.“
Ziel der Forschungsarbeit ist es, die vielfältigen Bereiche der Trauermusikzu erkunden,
wobei den unterschiedlichen Formen von Trauermusik in deren Kontexten sowie deren Wandlungen durch die Jahrhunderte nachgespürtwird. Besondere Bedeutung wird dabei dem Phänomen der Trauermusik in unseren heutigen kulturellen Lebenszusammenhängen beigemessen. Hierzu gehören auch der Aufbau eines thematisch zentrierten Forschungs- undLiteraturapparates, sowie die weitere Sammlung von Tonträgern mit Trauermusiken unterschiedlichster Provenienz.

Tagungen und Kooperationen

Des Weiteren stellen Kooperationen mit Kirchen, anderen universitären Einrichtungen und wissenschaftlichen Institutionen, wie etwa der „Europäischen Totentanz-Vereinigung“ eine wichtige Multiplikatoren hinsichtlich der thematischen Vielfalt zu Tod und Musik dar.
Mit der „Europäischen Totentanz-Vereinigung“ veranstaltete die Forschungsstelle für Sepulkralmusik vom 27. bis zum 29 April 2007 in der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf eine Tagung.

Im Kontext gesellschaftspolitischer Ereignissen und Phänomene wie u. a. dem Tod von Bundeswehrsoldaten während ihrer Auslandseinsätze oder dem Freitod des Fußballtorwarts Robert Enke fand 2013 in Düsseldorf die Tagung „Voraller Augen ... Tod in öffentlicher Wahrnehmung und Begegnung“ statt. Ein umfangreicher Band dokumentiert und reflektiert diese Tagung des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur und der Forschungsstelle für Sepulkralmusik. In verschiedenen Vorträgen und Foren wurden Bestandsaufnahmen, historische Rückblicke und Perspektiven für die Zukunft aus gesellschaftspolitischer, kulturwissenschaftlicher, historischer und theologischer Sicht vorgestellt.
Die Beiträge dieses Bandes zeigen den Stand der gegenwärtigen Diskussion auf, versuchen aber auch, Impulse für eine weitergehende Diskussion zu entwickeln.

Weitere Tagungen und Veranstaltungen sind dem tabellarischen Verlauf zu entnehmen.

Trauermusik und kulturelle Praxis

Einbesonderes Charakteristikum der Forschungsstelle ist die engeVerbindung von Wissenschaft
und kultureller (Alltag-) Praxis. Mit diesem Anliegen sind Prof. Dr. Dr. Kalisch und Marcell Feldberg mitunterschiedlichen Facetten zum Thema Trauermusik als Referenten bei Tagungen und Seminaren tätig. Seit 2003 liegt die Bestatterausbildung im Fach Trauermusik in Händen der Forschungsstelle, vertreten durch Marcell Feldberg. Er ist Dozent an der „Theo – Remmertz – Akademie“ in Münnerstadt.
Darüber hinaus war er Referent bei zahlreichen Seminaren und Veranstaltungen, zum Thema „Trauerkultur und Praxis“. Marcell Feldberg erarbeitete im Auftrag des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur e. V. eine Handreichung zum Thema Musik zu Sterben, Tod und Abschiednehmen.
Die Handreichung wurde als Band 4 in der Ratgeberreihe für Bestatter unter dem Titel „Trauermusik. Abschiedplanen und gestalten“ publiziert und erscheint mittlerweile in zweiter Auflage. Der Aspekt der Erforschung von Trauermusik als wichtiger Beitrag zur Pflege der kulturellen Praxis schlug sich auch in der von Marcell Feldberg herausgegebenen Anthologie „… der Nacht entrissen. Lieder zur Bestattung in ökumenischer Auswahl“ nieder, die 2016 bei der„Evangelischen Verlagsanstalt“ in Kooperation mit dem „Fachverlag des Deutschen Bestattungswesens“ (FVB) erschienen ist.

Aktuell:

Auf einer kleinen Tagung beim „Bund Deutscher Bestatter“ 2018 wurde das neue Kooperationsprojekt zwischen der „Forschungsstelle“ und der „Stiftung Deutsche Bestattungskultur“ vorgestellt.
Unter dem Titel Gekommen um zu bleiben.
Migration und Trauermusik im Zusammenklang“, wurden drei Beispiele und Ansätze zur Erforschung von Trauermusikkulturen außereuropäischer Kulturen vor dem Hintergrund aktueller Migrationsentwicklungen präsentiert.

Während ein Beispiel aus Afrika noch einmal die Repräsentation einer eigenen geschlossenen außereuropäischen Kultur repräsentierte, zeigten Beiträge zu chinesischen Trauerriten in Indonesien und den Niederlanden, sowie die äußerst vielfältige Trauerkultur der Surinamesen in den Niederlanden deutlich auf, welchen immensen Einfluss erzwungene oder freiwillige Migration auf die Entwicklung der eigen Kultur aber auch die des Gastlandes haben kann.

Ein wichtiger Beitrag wird vor diesem Hintergrundauch die Beleuchtung islamischer Kultur- und Musikpraxen islamischer Herkunft in Deutschland sein. Die dargestellten Beispiele zeigten auf, wie wichtig diese Erforschung solcher Phänomene vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Debatten ist, die Themen der Migration und Integration fokussieren.

Die zu erarbeitenden Beiträge wollen nicht nur Aufschluss geben über eine uns fremde Trauermusikkultur, sondern uns auch eine genauere Sichtweise auf die Pluralisierung und zunehmende Differenzierung der eigenen Trauerkultur eröffnen.

Das Forschungsprojekt will dabei nicht zuletzt dazu anregen verschiedene Aspekte zu erörtern,
die uns den Umgang mit diesen kulturellen Phänomenen unserer Gesellschaft ermöglichen. Geplant sind 6 Bände, die jeweils ein Beispiel trauerkultureller Praxis dokumentieren. Ein abschließender siebter Band soll diese praxisorientierten Zugänge dannnoch einmal im Anschluss an eine wissenschaftliche Konferenz in Analysenin den Blick nehmen.

Projekte und Publikationen der „Forschungsstelle für Sepulkralmusik“ an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

2002 – 2005 Erforschung und Entwicklung zum Thema „Trauermusik durch die Jahrhunderte“ – Ein CD Projekt. Förderung durch und Kooperation mit dem „Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e. V.“ (Nachfolgend „Kuratorium“ abgekürzt)

Seit 2003 Unterstützung der Lehre bei der Ausbildung zum „Geprüften Bestatter“ beim „Bundesverband Deutsche Bestatter“. HerrmMarcell Feldberg unterrichtet hier im Fach „Trauermusik“.

2005

„Musica et memoria – Trauermusik durch die Jahrhunderte“ 6 CD + Booklet in Kooperation mit dem „Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V.“ und dem „Ama Verlag“ Berlin Daran anknüpfend: „Tod und Abschied. Texte zur Trauer und darüber hinaus.“, hg. Von Marcell Feldberg, Stuttgart 2005,
Radius Verlag.

2005 Symposium „Musica et memoria“ im FFFZ Düsseldorf, „Forschungsstelle für Sepulkralmusik“ (an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, folgend RSH abgekürzt), in Zusammenarbeit mit dem „Kuratorium“.

2007 Publikation „Musica etmemoria. Trauermusik durch die Jahrhunderte“, hg. Von Volker Kalischunter Mitarbeit von Marcell Feldberg und Hans Peter Retzmann, Essen 2007(Verlag „Die Blaue Eule“)

2007 Tagung der „Europäischen Totentanz-Vereinigung e.V.“ in der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf in Kooperation mit der „Forschungsstelle“.

2008 Publikation‘ ART MACABRE 8. Jahrbuch der Europäischen Totentanz-Vereinigung e.V.“,hg. Von Uli Wunderlich, Düsseldorf 2008. In Kooperation mit der „Forschungsstelle“.

2009 Entwicklung einer Handreichung zur Trauermusikpraxis sowie Entwicklung eines Moduls für den Lehr- und Ausbildungsgang „Bestattermeister“ für den „Bundesverband Deutscher Bestatter“.

2009 Publikation: Marcell Feldberg, „Trauermusik. Abschied planen und gestalten“, Düsseldorf 2009, Fachverlag des Deutschen Bestattungswesens.

2010 „Robert Schumann Hochschule Düsseldorf“: Tagung „Musik – Tod – Alltag. Musik zu Tod und Trauer als kulturelle Praxis“ durchgeführt von der „Forschungsstelle fürSepulkralmusik“

2013 Tagung in Kooperation mit dem „Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V.“ und dem „Bundesheermusik-Korps“Düsseldorf/Hilden: „“Vor aller Augen… Tod in öffentlicher Wahrnehmung und Begegnung“

2015 Publikationen:

Marcell Feldberg, „Trauermusik. Abschied planen und gestalten“ (FVB), 2. Auflage.

„Vor aller Augen…Tod in öffentlicher Wahrnehmung und Begegnung. Dokumentation einer Tagung vom 5. – 7. November 2013.“, hg. Von Volker Kalisch und Marcell Feldberg, Düsseldorf 2015, Fachverlag des Deutschen Bestattungsgewerbes.

2016 Marcell Feldberg (Hg.), „…der Nacht entrissen. Lieder zur Bestattung in ökumenischer Auswahl“, Leipzig/Düsseldorf 2016, Evangelische Verlagsanstalt und Fachverlag des Deutschen Bestattungsgewerbes.

2018 Kleine Tagung und Präsentation des Forschungsprojekts „Gekommen um zu bleiben. Migrationund Trauermusik im Gleichklang.“ in Kooperation mit dem „Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V.“ in den Räumen des „Bundesverband Deutscher Bestatter“ in Düsseldorf.

2019 Forschungsprojekt“ Gekommen um zu bleiben. Migration und Trauermusik im Gleichklang“, gefördert von der „Stiftung Deutsche Bestattungskultur“.

Zahlreiche Beteiligungen an Funk- und Fernsehbeiträgen, wie z.B.
NDR Kultur „Welt der Musik“, Im Andenken nicht nur der Engel, Radio-Feature 20.11. 2012

SWR, Zum Sterben schön, Fernsehfeature von Harald Woetzel 24.1.2013.


Ein Beitrag aus der ARD Themenwoche „Leben mit dem Tod“ von 2012.

SR 2 Kultur „Passage“ am 30. März 2018 20 Uhr:

„Funeral und Trallala _ eine nicht so ganz traurige Geschichte der Begräbnismusik“

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