Programm: Samstag 31. Januar 2026
10:30-13:30, 15-18 Uhr, Kammermusiksaal
Im Laboratorium. Meisterkurs Klavier mit Prof. Florian Uhlig
Was ist wichtig für eine musikalische Interpretation? Was macht sie sinnvoll, und was macht sie verständlich? Willkommen im Labor, im Atelier und in der Werkstatt! In einem Meisterkurs finden unterschiedliche Elemente wie Präsentation, Feedback, Diskussion, Ratschläge, gemeinsames Suchen und konstruktiver Austausch zu einem lebendigen und oftmals spontan überraschenden Ganzen zusammen.
Prof. Florian Uhlig von der Musikhochschule Lübeck gibt am Samstag und am Sonntag im Kammermusiksaal seine Einsichten und Erfahrungen an Klavierstudierende im künstlerischen Hauptfach weiter. Wir freuen uns auf zwei intensive Tage mit ihm, laden Sie ein, dabei zu sein und Einblicke in seine Arbeit mit den Studierenden mitzuerleben.
11-13:30 Uhr
Solo! Duo ! Musik nonstop
Im Rahmen von Solo! Duo! Musik nonstop gestalten die Studierenden in einem ununterbrochen durchlaufenden Programm Werke ihrer Wahl und präsentieren ein ebenso buntes wie abwechslungsreiches Programm als Solokünstler*innen und im Duo.
14-16:30 Uhr
Pianoforte surprise
Studierende mit dem künstlerischen Hauptfach Klavier aus den Klassen von Prof. Paolo Giacometti und Prof. Bart van de Roer präsentieren Klavierwerke ihrer Wahl, die erst im Verlauf des Konzertes bekanntgegeben werden.
Beide Klavierprofessoren moderieren das Konzert. Sie stellen die Studierenden auch im persönlichen Gespräch vor und gehen gemeinsam mit ihnen den Fragen auf den Grund, warum sie sich für ihr Werk entschieden haben, was ihnen daran besonders am Herzen liegt und welchen besonderen Herausforderungen sie sich dabei zu stellen haben.
17 Uhr
Klang & Atem. Musik für Bläser und Klavier von Camille Saint-Saëns & Konzert-Yoga
Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Trompete, Posaune und Tuba - das ganze Panorama der Blasinstrumente in einem Konzert! Gemeinsam mit ihren Klassen-Korrepetitor*innen präsentieren die Studierenden Werke von Camille Saint-Saëns, dessen beeindruckende Meisterschaft im Umgang mit der Vielfalt der instrumentalen Eigenheiten eindrucksvoll erlebbar wird: Virtuoser Schwung trifft lyrische Eleganz, Atem und Klang gehen eine symbiotische Beziehung ein.
Fühlen auch Sie sich als Zuhörer*innen zum Atemholen eingeladen: In kurzen Yoga-Übungen nehmen wir den eigenen Atem gezielt wahr und versuchen zugleich bewusst Luft zu holen. So hören wir nicht nur einfach meditativ zu, sondern erleben ein Konzert, das auf mehreren Ebenen inspiriert und entspannt.
Moderation: Proff. Tobias Koch, Ralph van Daal, Andreas Langenbuch
Konzert-Yoga: Saskia Worf
Auf dem Programm: Romanze für Flöte und Klavier op. 37, Sonate für Klarinette und Klavier op. 167, Romanze für Horn und Klavier op. 36, Sonate für Oboe und Klavier op. 166, Romanze für Horn und Klavier op. 67, Sonate für Fagott und Klavier op. 168, Odelette für Flöte und Klavier op. 162, Cavatine für Posaune und Klavier op. 144, Fantaisie pour cornet à pistons et piano Es-Dur, „ Morceau de concert“
19 Uhr
Der Meister der Miniatur. György Kurtág zum 100. Geburtstag.
2026 jährt sich der Geburtstag des ungarischen Komponisten György Kurtág zum hundertsten Male. Der Pianist Benjamin Kobler und seine Klasse für zeitgenössische Klaviermusik gratulieren mit einer Auswahl hochexpressiver kurzer Klavierstücke aus Kurtágs Sammlung Jatekok (Spiele). Ihnen zur Seite gestellt werden in diesem Programm Klavierwerke von Bach, Schubert, Debussy, Janacek, Liszt/Paganini und Verdi - einflussreiche Vorbilder, die einen Nachklang in Kurtágs ausdrucksvoller Musik hinterlassen haben. Weiterhin hören wir seine Nachrichten an befreundete Zeitgenossen und Komponisten, wie Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Heinz Holliger.
Als aus der Erinnerung heraus mitwirkende gute Geister werden auch das Ehepaar Marta und György Kurtág, die zeitlebens ein Klavierduo bildeten, höchstselbst in Ton und Bild in Erscheinung treten. Und auch die nur ganz selten zu hörende Thüringer Barockorgel auf der Empore des Partika-Saales wird musikalische Geburtstagsgrüße hinauf zu Kurtág und hinab in den Saal senden.
Einführungsgespräch zwischen Benjamin Kobler und mit dem über Kurtág promovierten Prof. Dr. Tobias Bleek (Musikwissenschaftliches Institut). Es spielen Studierende aus der Klasse für zeitgenössische Klaviermusik.
19 und 19:45 Uhr
Krypta:Klang:Yoga
Unter Kirchen gelegene, oftmals geheimnisvoll verborgene Räume wie Krypten oder Grüfte assoziieren wir oft mit Adjektiven wie dunkel und feucht. Nicht so in der unterhalb des Partika-Saals liegenden und zunächst als überkonfessioneller Andachts- und Meditationsraum konzipierten sogenannten Krypta. Rundum ausgestaltet vom prominenten Gerhard Richter- und Beuys-Schüler Emil Schult zeigt sie sich mit einzigartig farbenprächtig schillernd-strahlender Glas-Kunst als magischer Ort, der geradezu dazu einlädt eine Pause einzulegen, Ruhe zu finden und den Gehörsinn zu schärfen.
Für Yoga muss man beweglich und flexibel sein!? Diesem Mythos gehen wir nach und auf den Grund. Denn tatsächlich ist Yoga geeignet für jeden Menschen und jeden Körper - und lässt sich vor allem nicht reduzieren auf Bewegungen auf einer Yogamatte. In den beiden etwa halbstündigen Sitzungen in der Krypta leitet Saskia Worf, die an der Robert Schumann Hochschule Yoga unterrichtet sowohl zu kräftigenden wie auch entspannenden Figuren und Übungen an und gibt einen Einblick in die Welt des Yoga.
Der Cellist Klaudio Zoto begleitet Krypta:Klang:Yoga mit Improvisationen und bündelt dabei auch gefilterte Klangpartikel und Schwingungen, die gelegentlich von oben aus dem Saal nach unten dringen. Um Musik zu erleben und zu genießen, bedarf es ein offenes Ohr und mitunter auch der Stille: Stille im Raum. Und Stille im Körper.
Krypta:Klang:Yoga ist geeignet für Anfänger ohne Yoga-Vorerfahrung. Besondere Kleidung ist nicht notwendig.
20:30 Uhr
„Die Wand“. Szenische Lesung mit Musik. Nach einem Roman von Marlen Haushofer.
Mit Prof. Hanna Werth
Daniel Brandl, Violoncello (als Gast) und Luzia Ostermann, Mezzosopran
Mit einer furiosen Solo-Performance mit Musik präsentiert Prof. Hanna Werth im Partika-Saal eine szenische Lesung. »Ich bin der Welt abhanden gekommen.« Aus einem dreitägigen Aufenthalt in der Jagdhütte von Bekannten wird für die Protagonistin in Marlen Haushofers poetischem Roman ein anderes Leben. Durch eine rätselhafte Grenze - eine Art unsichtbare Wand inmitten des Waldes - mysteriös von der Zivilisation auf unabsehbare Zeit abgeschnitten, sucht sie in ihrer Einsamkeit nach neuem Sinn und findet ihn im Leben mit der Natur.
Prof. Hanna Werth unterrichtet seit dem Sommersemester 2023 Schauspiel an der Robert Schumann Hochschule und wurde im darauffolgenden Jahr als Juniorprofessorin für Szene und Intimitätskoordination berufen. Von 2014 an war sie für zehn Jahre Ensemblemitglied am Düsseldorfer Schauspielhaus. Hanna Werth arbeitet regelmäßig für Film und Fernsehen vor der Kamera und als Sprecherin im Radio vor dem Mikrofon. Zusätzlich gestaltet sie Liederabende und verwirklicht eigene interdiziplinäre Projekte.
22 Uhr
Nachtkonzert mit Studierenden des Masterstudienganges Klang und Realität am Institut für Musik und Medien
Konferenz der Vögel. Solo-Performance mit Leili Zamanahmadi (Klavier & visuals)
Eine gleichermaßen ausgeprägte Passion für Literatur wie für Musik inspiriert die aus dem Iran stammende Leili Zamanahmadi, Studierende im Master-Studiengang Klang & Realität am Institut für Musik und Medien.
Konferenz der Vögel ist ein literarisches Meisterwerk von Attar Neishaburi, einem bekannten Dichter und Philosophen aus dem Iran. Die Erzählung ist die Geschichte der Vögel der Welt, die sich auf eine lange und schwierige Reise begeben, ihren Gott bzw. König, der Simorgh heißt, zu finden. Endlich überleben nur dreißig von diesen Vögeln nach der Reise. Das Wort si auf Persisch bedeutet dreißig, und Morgh bedeutet Vogel. Das heißt, dass diese 30 überlebenden Vögel selber der Gott sind.
Konferenz der Vögel ist eine Sammlung von Kompositionen, bei der Leili Zamanahmadi sowohl für die Dramaturgie als auch für die musikalische Gestaltung verantwortlich ist. Die projizierten Videos stammen ebenfalls von ihr und reflektieren verschiedene Szenen aus dem Alltag – sowohl in ihrem Heimatland als auch in Deutschland. In ihrer Komposition entsteht ein Dialog zwischen westlicher und östlicher Klaviermusik.
sori — buk — sil. Eine dreiteilige Klangperformance mit dem Duo Webmaschine
Jinkyoung Choi und Sebastian Heidelberg
Ein Webrahmen, ein Webstuhl, eine Webmaschine erzeugen nie nur textile Gewebe, sondern immer auch Klänge. Diese Klänge werden durch die Performances von Webmaschine mithilfe eines Computers selbst zu hörbaren Geweben, inspiriert von Webtechniken, repetitiven Webmustern, und der historischen Verflechtung von Webkunst und Programmierung.
Das Duo Webmaschine wurde 2022 von Jinkyoung Choi (Webstuhl) und Sebastian Heidelberg (SuperCollider) in Düsseldorf gegründet.
Liegekonzert - NepumuckTheodor
Emil Theodor Felhofer und Dan Nepumuck Moufang, Synthesizer
Elektronisch erzeugte Klänge sind das Hauptwerkzeug mit dem das Duo NepumuckTheodor die Wahrnehmung von Zeit erfasst. Klangflächen und verspielte Harmonien laden zum Träumen, Abschweifen und Assoziieren ein. Guten Abend, gute Nacht!
Das vollständige Festival-Programm ist ab Januar 2026 verfügbar. Der Eintritt ist frei.

