Diese Inszenierung rückt die theatrale Mechanik der Komödie in den Mittelpunkt. Die Szenerie wird als hochsensibles Gefüge aus Rhythmus, Reaktion und körperlicher Wachheit erzählt: Situationen kippen in Sekunden, Beziehungen verändern ihre Temperatur, Wahrheiten werden ausprobiert, verworfen und neu behauptet. Die Figuren handeln weniger nach großen Prinzipien als nach dem, was im Moment unwiderstehlich wirkt: ein Blick, ein Verdacht, eine Gelegenheit. Komik entsteht dabei nicht als harmloser Spaß, sondern als präzise gebaute Kette von Begegnungen, in der jede kleine Verschiebung Folgen hat.
Große Gefühle und Zwischentöne
Mozart vertont die turbulente Sozialsatire mit einer Musik, die die Komplexitäten der auftretenden Charaktere mit außergewöhnlicher psychologischer Subtilität ausleuchtet. Hier geht es nicht nur um ganz große Gefühle, sondern gerade auch um die Zwischentöne: Mozarts Musik zeichnet keine schablonenhaft agierenden Figurentypen, vielmehr menschliche Individuen in ihrer ganzen Vielschichtigkeit. Gerade dadurch gelingt ein musikhistorisch beispielloses Werk, das unter der Oberfläche amouröser Verstrickungen zugleich das Wagnis unternimmt, soziale Hierarchien infrage zu stellen.
Regisseur Esteban Muñoz Herrera setzt auf eine theatrale Ästhetik, die nicht ‚aktualisiert‘, sondern sichtbar macht, wie sich Macht, Begehren und Abhängigkeit im Spiel organisieren.
Opernklasse und Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule
- Prof. Thomas Gabrisch, Künstlerische Leitung
- Esteban Muñoz Herrera, Regie
- Katrin Lehmacher, Kostüme und Bühne
- Prof. Hanna Werth, Intimitätskoordination
Karten
20 Euro/10 Euro ermäßigt, zzgl. Servicegebühren, im VVK bei Eventim
25 Euro/15 Euro ermäßigt, an der Abendkasse

