1. Was hat Sie motiviert, das Amt der Prorektorin für Forschung, Transfer und Chancengleichheit zu übernehmen?
Diese faszinierende Position erlaubt aktive Mitgestaltung und Verantwortlichkeit in der Hochschulleitung in Bereichen, die ich für sehr wichtig und zukunftsweisend halte. Aufgrund meines eigenen musikwissenschaftlichen Werdegangs und meiner langjährigen Erfahrungen aus musikbezogener Forschung und Vermittlung hoffe ich, für dieses Amt gut gerüstet zu sein – und freue mich schon jetzt auf die zahlreichen neuen Herausforderungen und Perspektiven, die damit verbunden sein werden!
2. Forschung und Transfer sind zentrale Zukunftsthemen für Hochschulen. Wo sehen Sie aktuell die größten Chancen für unsere Hochschule?
Forschung ermöglicht Weiterentwicklung und Innovation. Das gilt in besonderer Weise für Forschung an einer Musikhochschule, die durch die Nähe zur musikalischen Praxis ihre spezifische Chance aus der unmittelbaren Anwendungsorientierung und dem Dialog zwischen wissenschaftlichen und künstlerischen Fächern bezieht. Ein Spezialfall ist in diesem Zusammenhang der Bereich der Künstlerischen Forschung, der in den letzten Jahren rasant an Fahrt aufgenommen hat und an vielen Hochschulen schon in Form von Lehrveranstaltungen, Schwerpunktbildungen und Studiengängen mit eindrücklichen Ergebnissen praktiziert wird. In einem Ausbau von Kooperationen und Projekten im Schnittbereich zwischen Wissenschaft und Praxis und einer entsprechenden Nachwuchsförderung sehe ich enormes Potenzial für die RSH.
Wissenschaft und Kunst können ihre Relevanz in der und für die Gesellschaft nur dann voll entfalten, wenn sie sichtbar, vermittelbar und im kulturellen Diskurs verankert sind. Das führt in der Konsequenz zu einer engen Verknüpfung der Ressorts „Forschung“ und „Transfer“ – und zu einem klaren Auftrag, die Vielfalt dessen, was innerhalb unserer Hochschule passiert, nach außen zu kommunizieren. Zugleich geht es darum, Impulse von außen aufzunehmen, bestehende Netzwerke zu erweitern und neue Partnerinstitutionen, Kunstformate und Kommunikationsräume zu erschließen.
3. Chancengleichheit wird neu und in Ihrem Ressort verankert. Was ist Ihnen in diesem Bereich besonders wichtig – und was möchten Sie konkret bewegen?
Ich möchte mich dafür einsetzen, dass „Chancengleichheit“ mehr ist als eine Absichtserklärung, sondern auf allen Ebenen unserer Hochschule gelebtes Grundprinzip. Dass alle Mitarbeitenden, Studierenden und Bewerber*innen der RSH die gleichen Chancen auf Bildung, Ausbildung, Karriere und Mitwirkung haben und in ihren spezifischen Anlagen bestmöglich gefördert werden sollen, steht außer Frage. Welche Handlungsmaximen aber folgen daraus im Einzelfall? Welche Maßnahmen sind im Alltag nötig, um die RSH für alle als geschützten, familienfreundlichen, angst- und barrierefreien Ort der Offenheit, Diversität und des respektvollen Umgangs miteinander zukunftstauglich zu machen und ein Klima zu sichern, in dem sich alle gesehen, gehört und wertgeschätzt fühlen? Dank des großen Engagements unserer Gleichstellungskommission sehe ich uns hier auf einem guten Weg, dennoch werden noch viele Schritte notwendig sein, um nachhaltig wirken und allen Erfordernissen gerecht werden zu können.

