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04.05.2026

Wir trauern

Foto: Tonhalle/Susanne Diesner

Mit großer Trauer gedenkt die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf ihres langjährigen Lehrbeauftragten Mark-Andreas Schlingensiepen, der im Alter von 70 Jahren nach langer Krankheit verstorben ist.

Geboren 1956 in Bradford (England), studierte Schlingensiepen in Düsseldorf Klavier und Dirigieren an der Robert Schumann Hoschule Düsseldorf. Bereits während seiner Studienzeit gründete er gemeinsam mit Kommiliton*innen das notabu.ensemble neue musik, das sich zu einem der bedeutendsten Ensembles für zeitgenössische Musik entwickelte. Über mehr als vier Jahrzehnte blieb er dessen künstlerischer Motor – als Dirigent, Kurator und unermüdlicher Impulsgeber.

Sein Wirken war untrennbar mit der Tonhalle Düsseldorf verbunden, wo er mit dem Ensemble regelmäßig neue Klangwelten erschloss. Schlingensiepen verstand es wie kaum ein anderer, die oft als sperrig empfundene Neue Musik lebendig, zugänglich und zugleich inhaltlich tiefgründig zu vermitteln. Sein Repertoire reichte von etablierten Werken bis zu Uraufführungen junger Komponist*innen, deren Förderung ihm ein besonderes Anliegen war.

International war er als Gastdirigent gefragt und arbeitete mit namhaften Komponisten zusammen. Große Anerkennung erwarb er sich auch als Komponist und Bearbeiter, insbesondere für seine Musik zu Stummfilmen, darunter Werke wie „Panzerkreuzer Potemkin“ und „Berlin. Die Sinfonie der Großstadt“. Seine Arbeiten verbanden analytische Schärfe mit künstlerischer Sensibilität und oft auch spiritueller Tiefe.

Über 20 Jahre hinweg gab Schlingensiepen seine Erfahrung und Begeisterung für Neue Musik an Studierende weiter. Als Leiter des Studios für Neue Musik inspirierte er Generationen junger Musiker*innen und eröffnete ihnen künstlerische Perspektiven.

Mit Mark-Andreas Schlingensiepen verliert Düsseldorf eine prägende Persönlichkeit des kulturellen Lebens. Sein künstlerisches Vermächtnis und sein Engagement für die Musik wirken weit über seinen Tod hinaus. Seiner Familie gilt unser tiefempfundenes Beileid.

Nachruf in der RP (leider hinter der Bezahlschranke)



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