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Alla breve 26 konzertant

Samstag,
7. November 2026
19:30 Uhr
Partika-Saal

Wie findet man zu sich selbst? Was ist die eigene Identität zwischen Selbst- und Fremdbild? Die drei halbstündigen, zeitgenössische Kammeropern aus der Feder junger Komponistinnen und Komponisten der Hochschule setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Wahrnehmung und Identität auseinander.

Leishuo Ye
Persona 2026
Sara Liton Castillo, Leitung

Ein poetisch-philosophischer Dialog zwischen zwei Figuren kreist um die grundlegenden Fragen menschlicher Identität: Was macht einen Menschen aus? Wie entsteht Identität im Spannungsfeld von äußerer Gestalt, innerem Selbst und dem Blick der anderen? In Anlehnung an den Pygmalion-Mythos der griechischen Antike – in dem sich der Bildhauer Pygmalion eine Statue seines weiblichen Idealbildes erschafft und sich in sie verliebt – verhandelt die Kammeroper von Leishuo Ye die Spannung zwischen Fremd- und Selbstbestimmung. Der Mythos wird dabei zur Metapher für Macht und Besitzanspruch: Wer einen Menschen formt – körperlich, psychisch oder sozial –, kann daraus nicht das Recht ableiten, über ihn zu verfügen oder seine Identität zu bestimmen.

 

Ssu-Ting Lin
Chiasma
Andrea D’Alonzo, Leitung

Atemgeräusche, Laute, Vokale und Summen statt artikuliertem Gesang: Die experimentelle Kammeroper lässt die Stimme zum Instrument und vielschichtigen Klangphänomen werden. Das poetisch-philosophische Leitmotiv der Oper „Der Sinn ist unsichtbar, aber das Unsichtbare ist nicht das Gegenteil des Sichtbaren“ verweist auf die Bedeutung der Musik selbst. Sinn erschließt sich nicht allein im hörbaren Klang, sondern entsteht im Zusammenspiel von Hören, Sehen und Denken. Das Unsichtbare erscheint nicht als Gegensatz, sondern als Erweiterung sinnlicher Wahrnehmung.

 

Sangmin Ryu
Lea – Ungesehene
Woonseok Lee, Leitung

Das Oper erzählt die Geschichte von Jakob, Rahel und Lea, allerdings nicht als biblisches Historienbild, sondern als Psychodrama über Liebe, Identität, Erwählung und den Schmerz, nicht gesehen zu werden. Im Zentrum steht Lea, die hier von der biblischen Randfigur zur modernen Identifikationsfigur wird. Ihre Perspektive verleiht der biblischen Erzählung eine neue Aktualität, indem sie Themen die Anerkennung, Identität und Selbstwert in den Mittelpunkt rückt. Die reduzierte, lyrische Sprache schafft Raum für die Musik, in der die emotionalen Konflikte verarbeitet werden.



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