Die Fagottistin Lola Descours zählt zu den herausragenden Künstlerinnen ihrer Generation. 2019 gewann sie als erste Fagottistin den renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb.
Derzeit ist sie Solofagottistin des Rotterdam Philharmonic Orchestra unter Lahav Shani. Zuvor war sie von 2017 bis 2022 in gleicher Position an der Oper Frankfurt tätig. Bereits mit 19 Jahren trat sie dem Orchestre de Paris bei und spielte dort unter Dirigenten wie Pierre Boulez, Christoph Eschenbach, Paavo Järvi und Valery Gergiev. Als Gastmusikerin konzertiert sie regelmäßig mit renommierten Orchestern, darunter dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Mahler Chamber Orchestra und den Bamberger Symphonikern. Auch als Solistin ist sie international gefragt und trat unter anderem mit dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra und dem Orchester des Mariinsky-Theaters auf.
Nach ihrem Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris bei Marc Trenel gewann sie zahlreiche Wettbewerbe, darunter 2009 den IDRS Young Artist Competition in Birmingham sowie 2011 den Crusell-Wettbewerb in Finnland. Weitere Studien führten sie zu den Fagottisten Dag Jensen und Gustavo Núñez.
Neben ihrer Orchestertätigkeit widmet sich Lola Descours der Kammermusik. 2018 gründete sie das Trio Cocteau, später folgte das Trio ABC mit Elodie Soulard und Ulysse Vigreux. Als Dozentin betreut sie junge Musikerinnen und Musiker beim Verbier Festival und im Orchestre Français des Jeunes und gibt international Meisterkurse.
Mit großer Energie setzt sie sich dafür ein, das Fagott einem breiteren Publikum näherzubringen. Gemeinsam mit dem Regisseur Pierre Dugowson entwickelte sie mehrere Videoserien über ihr Instrument.
Ihr erstes Soloalbum Bassoon Steppes, aufgenommen mit der Pianistin Paloma Kouider, erschien 2022 bei Orchid Classics und wurde international ausgezeichnet, unter anderem mit fünf Sternen in Das Orchester und vier Sternen im BBC Music Magazine. Für das Album gab sie ein Werk bei der russischen Komponistin Lera Auerbach in Auftrag.

